"Ich gehe nach München", Fernsehfilm 90 Min.
Ursina Film für ZDF 1974
Aus heutiger Sicht dürfte es unglaublich erscheinen, doch es gab eine Zeit, zu der hierzulande auch vergleichsweise aufwendige Fernsehprojekte zügig verwirklicht werden konnten, ohne dass ein Drehbuch in mehreren zeitraubenden Konferenzen bis zur Unkenntlichkeit verändert wurde.
1968 sendete der Westdeutsche Rundfunk in seinem II. Programm die halbstündige Funkerzählung „Ich gehe nach München" von Wolfgang Körner. Der Autor sandte das Manuskript an die Fernsehspielredaktion des ZDF, wo sie Herbert Knopp las, den der Stoff offenbar interessierte. Wenige Wochen später schloß die Sendeanstalt einen Stoff-entwicklungsvertrag mit dem Autor.
Aus der Geschichte der jungen Drogistin Gisela Seiler, die als Reisekosmetikerin von einem Parfümerie-Hersteller angeworben wird, seine Produkte in ganz Deutschland anbietet und dabei seelisch zerbricht, wurde zuerst ein Exposé, dann ein Treatment und schließlich ein Drehbuch. Es wurde, nach einer kurzen Besprechung, vom Regisseur Oswalt Döpke realisiert, wobei die damals noch sehr junge Schauspielerin Sabine von Maydell die erste Hauptrolle ihres Lebens spielte und der schwer kranke Dieter Borsche zum letzten Mal vor der Kamera stand.
Eine kleine Verstimmung gab es während der gesamten Dreharbeiten nur, als BILD einen Artikel über das Projekt nicht mit einem Foto der Hauptdarstellerin schmückte, sondern mit dem Bild einer neunjährigen Statistin, die in einer kurzen Szene in eine Drogerie läuft.
Das Drehbuch zum Fernsehfilm wurde vom Autor nach der Erstsendung zu einem Roman weiterentwickelt, der 1977 bei Otto Maier, Ravensburg erschien.
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