Leseprobe aus Willkommen in der
grausamen Welt der
Oper !

Der Opernführer für
Eilige
"Der einzig wahre Opernführer"
Lohengrin (Betonung auf der ersten Silbe)
Mit dieser drei Akte und vier Stunden dauernden Oper langte Richard Wagner nach Tannhäuser), den wir, wie
es sich gehört, unter T finden, zum zweitenmal richtig zu: Da hangeln sich nicht mehr Sänger und Orchester
mühevoll von Song zu Song, sondern die Szenen richtiggehend durchgestaltet. Weil gerade Krieg mit Ungarn
ansteht, ist der König Heinrich unterwegs, um Soldaten einzusammeln. In Brabant ( heute
die Gegend von Antwerpen ) findet er ein ziemlich schlimmes Durcheinander vor. Der für
die Gegend zuständige König ist tot. Weil die Königstochter klug ist, hat sie ihren kleinen
Bruder, der eigentlich bei der Thronfolge dran ist, in Sicherheit gebracht, und ein gewisser
Telramund regiert provisorisch. Klar, daß der damit nicht einverstanden ist. Von seiner Frau
Ortrud aufgehetzt, behauptet er, Elsa habe ihren Bruder umgebracht, und will selber König
werden. Elsa fordert Telramund zum Zweikampf auf, und weil sie niemanden hat, der für sie
kämpfen könnte, verlegt sie sich aufs Beten, das diesmal hilft. Als die Kämpfer in den Ring
gerufen werden, taucht plötzlich ein seltsamer Ritter auf, dessen Kahn, wohl aus Umwelt-
schutzgründen, von einem Schwan gezogen wird. Auf diesen Schwan freuen sich die Bühnenbildner und
Regisseure so wie auf die Wildsau im "Freischütz". Der Ritter kämpft für Elsa gegen Telramund, besiegt ihn,
schenkt ihm aber das Leben, was eindeutig ein Fehler ist. Obwohl er ohne weiteres kämpft, hat der Ritter
aber eine Neurose, die aus schlimmer Erfahrung resultiert; Elsa soll ihn nie nach seinen Namen und seiner
Adresse fragen. Sie verspricht das erst mal, weil sie ziemlich dankbar ist, daß der Typ überhaupt gekommen
ist.Für Telramund wäre die Sache mit dem Zweikampf erledigt, aber Ortrud ist eigensinnig, machthungrig und
dazu noch ausgesprochen link. Sie schleicht sich in Lumpen verkleidet bei ihrer Feindin ein Elsa ein. Der
König will den Ritter sofort zum Herzog von Brabant ernennen, aber der ist nicht scharf auf solche Sachen
und gibt sich mit dem Titel "Beschützer von Brabant" zufrieden. Die böse Ortrud hat sich inzwischen eine
neue Strategie ausgedacht. Zusammen mit Telramund klagt sie den Ritter wegen Zauberei an und will
Namen und Telefonnummer, aber der Ritter bleibt stur. Wenn überhaupt jemand danach fragen dürfte, sei es
Elsa. Ach, wenn Frauen doch nur nicht so neugrig wären !- Als der fremde Ritter sie schon geheiratet hat
und mit ihr Liebe macht, was doch Interesse verrät, fragt Elsa auch noch nach seinen Namen, und das ist
dem Ritter nun wirklich zu viel. Er sagt, daß er nicht Rumpelstilzchen heißt , sondern Lohengrin, schlägt
Telramund tot, und dann kommt endlich sein Boot wieder in Reichweite. Weil sich der Sxhwan in Elsas
Bruder verwandelt, muß diesmal eine Taube dazu herhalten, den Kahn von der Bühne zu schleppen.
Kurztext für sehr Nervöse: Neugierige Frau fragt zuviel. Mindestens ein Toter.

Für Bildungssprotzer Wagners Musiker-Kollege Franz Liszt sagt: " Mit "Lohengrin" nimmt die alte Opernwelt ein Ende."

Besondere Hits : Der ganze Richard Wagner ist einer.
Leseprobe aus " Der eizig wahre Opernführer - Der Ring des Nibelungen"
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