Leseprobe aus "Reiseführer-Ruhrgebiet / heiter betrachtet"
KUNST
Objekte, die (häufig) großen ästhetischen Wert mit (meist)
geringem Gebrauchswert verbinden. Der (immer) ordnungs-
liebende Ruhrgebietsbürger hat mit Kunst keinerlei Pro-
bleme - sofern diese dort bleibt, wo sie hingehört. In nahezu
jedem Museum für bildende Kunst befinden sich ganz außer-
ordentliche Meisterwerke, die selbst dann geliebt werden,
wenn man sie nicht persönlich kennt. Vielschichtiger wird
die Beziehung zu Kunstobjekten, wenn diese auf öffentli-
chen Plätzen und Straßen sowie vor und an Bauwerken auf-
gestellt bzw. befestigt sind. Dann ist der Reviermensch in sei-
ner eigenen Kreativität gefordert: Er entwickelt Plastiken
(besonders moderne) gern weiter, indem er sie verformt,
durch GrafFiti verschönert oder ihnen Gebrauchswert ver-
leiht. (So wird eine Eisenskulptur von Richard Serra in
Bochum gern als Pissoir benutzt.) Werke noch lebender ein-
heimischer Künstler werden erregt diskutiert, wobei Rezi-
pienten die Titel von Kunstwerken oft verbessern. Aus den
"Drei Musen" vor der Dortmunder Sparkasse wurden z.B.
inzwischen die "Drei Miesen".
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